Автор: | 3. июля 2018

Slavica Klimkowsky wurde 1958 in Kroatien geboren. Sie studierte Medizin an der Freien Universität Berlin. Seit ihren Studientagen schreibt sie Rezensionen, Essays und Kurzprosa, veröffentlicht in Anthologien, war Preisträgerin bei mehreren Literaturwettbewerben (unter anderem Preisträgerin des Tagesspiegel Erzählwettbewerbs 2011; des Buchjournal-Schreibwettbewerbs, verliehen bei der Frankfurter Buchmesse 2013; Preisträgerin beim Literaturwettbewerb "Die Kunst der Einfachheit", verliehen bei der Leipziger Buchmesse 2018). Slavica Klimkowsky ist Herausgeberin zweier Anthologien. Sie arbeitet mit internationalen KollegInnen zusammen an literarischen Projekten, die unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Denkweisen zusammen bringen.



MUTTERWOLKE
Ausschnitt aus dem gleichnamigen Roman

Nach der Schule rannte ich nach Hause, stürmte in die Küche hinein, sah auf dem Tisch viele Buchteln und ein paar von Mamas Küchentüchern liegen und wusste - sie ist noch da. Dann atmete ich durch, sagte „Grüß Gott“ zu den Großeltern, ging langsam in den Flur und machte die Tür zu unserer Kammer auf. Im Unterrock stand Mama vor ihrem Bett, auf dem ausgebreitet ihre Kleider lagen. Sie drehte den Kopf zu mir, sagte nur: „Nadica“.
In dem kleinen Raum war es fast so kalt wie draußen. Ich wollte etwas sagen, „Grüß Gott“ oder „Gelobt sei Jesus“, aber ich konnte nicht. Ich schaute Mama zu, wie sie sich schweigend anzog. Zuerst die langen Wollstrümpfe, dann den engen Rock, so einen wie die Stadtfrauen ihn trugen. Den hatte sich Mama extra für die Reise schneidern lassen.
„In diesem Rock kann ich unmöglich durch das Dorf gehen“, sagte sie, zog ihren weiten Trachtenrock darüber und fügte hinzu:
„Und in diesem kann ich nicht in Deutschland ankommen. Im Zug werde ich den Trachtenrock ausziehen und in den Koffer packen.“
Sie zeigte auf den grauen Koffer, der aufgeklappt auf ihrem Bett lag, wischte sich die Tränen von den Wangen und zog sich weiter an: eine bestickte Bluse, darüber eine Strickjacke und zuletzt ihre dicke schwarze Winterjacke.
Dann drehte sich Mama zu mir und umarmte mich lange und ganz fest. Und als sie mich los ließ, hätte ich ihr gern etwas gesagt. Nur was? Selbst wenn mir etwas Gescheites eingefallen wäre, hätte ich es nicht herausbringen können, weil in meinem Hals eine Buchtel war, aber nicht eine von den leckeren, mit Marmelade gefüllten, die Großmutter Mama für die Reise gebacken hatte. Die Buchtel in meinem Hals war roh und ging langsam auf, eine bittere Füllung trat aus ihr heraus, die sich in meinem Mund ausbreitete und viel bitterer war als die Haut der jungen Walnüsse oder das Innere des Aprikosenkerns.
„Ich fahre zu Papa und werde mit ihm zurückkommen.“ Mamas Stimme war heiser. Sie hielt meine Hände in ihren, schaute mir in die Augen und sagte:
„Halte durch! Bitte, halte solange durch.“
Dann verließen wir unsere Kammer. Mama verabschiedete sich von den Großeltern, nahm die in mehrere Küchentücher eingeschlagenen Buchteln vom Tisch und packte sie in eine Tasche. Großvater blieb in der Küche auf seinem Stuhl sitzen, Großmutter ging bis zum Tor mit uns und sagte dort leise: „Sretan put.“

So gern hätte ich Mama bis zum Bahnhof begleitet, aber es war schon Nachmittag und ich hätte in der Dunkelheit allein durch den Wald und die Felder zurückgehen müssen.
Bevor wir uns am Dorfrand voneinander verabschiedet hatten, musste ich Mama noch versprechen, jeden Abend „Vater unser“ zu beten, so wie wir immer gemeinsam gebetet haben, sonntags in die Kirche zu gehen, mich gut zu benehmen, den lieben Gott nicht zu ärgern und durchzuhalten, bis sie zurück kommt. Wann das sein würde, sagte sie nicht und ich konnte nicht fragen, weil die fiese, bittere Buchtel mir den Hals von innen zuschnürte und die Stimme wegdrückte, so nickte ich jedes Mal, wenn Mama einen Satz mit „Versprich mir…“ begann.
„Ich werde dir schreiben“, sagte sie, griff nach dem Koffer, den sie neben sich abgestellt hatte, drehte sich um und ging. Ich stand auf der Anhöhe am Rande des Dorfes und schaute meiner Mutter hinterher. Schnell und entschlossen lief sie auf der Straße, die sich durch die Felder schlängelte, auf denen große Schneeflecken waren. Nach einer Weile blieb Mama stehen, drehte sich um und winkte und ich winkte zurück. Noch einige Male winkte sie mir zu, bevor die Straße in einem Waldstück verschwand.
Meine Füße wurden zu zwei Eisblöcken, meine Hände durchgefroren, die Nase und selbst die Ohren unter der Wollmütze waren eiskalt. Ich blieb weiter da stehen und fragte mich: Wo war Mama jetzt, stand sie auf dem Bahnhof und wartete auf den Zug oder saß sie schon drin und fuhr? Ich wollte mir vorstellen, dass ich neben ihr sitze und mit ihr wegfahre, aber ich konnte nicht, ich konnte mir gerade gar nichts vorstellen außer Mama wie sie lief, stehen blieb, sich umdrehte, lächelte und jedes Mal winkte ich.
Ich wusste nicht, wie lange ich so an der gleichen Stelle gestanden habe, bis ich es schaffte die Anhöhe zu verlassen. Meine Beine waren schwer, als ich zurück ins Dorf ging. In meinem Kopf war es still, mein Hals brannte, nur zwei Worte waren in meinen Ohren: Bleiben und Gehen. Und der Schmerz begleitete beide.

Nach der Schule kommst du sofort nach Hause. Du wirst auf der Straße laufen und nicht am Flussufer entlang. Du gehst nicht mal in die Nähe des Flusses. Hast du mich verstanden?“, sagte Großmutter am nächsten Morgen.
Ihr Versprechen meiner Mutter gegenüber, gut auf mich aufzupassen, nahm die Großmutter sehr ernst. Dabei hatte sie zwei Helfer, meine beiden kleinen Cousins, die mich auf Schritt und Tritt verfolgten und der Oma alles berichteten.
Bis zum Schulschluss hatte ich Großmutters Verbot längst vergessen und auch als ich am Flussufer entlang ging und Schneeglöckchen pflückte, dachte ich nicht daran. Es fiel mir erst wieder ein, als ich zu Hause ankam, wo Großmutter auf mich wartete. In der Hand hielt sie eine dünne Gerte, die sie vom Ast des Sauerkirschbaumes abgebrochen hatte, denn nur er hatte solche Gerten.
Ich weinte nicht. Ich hielt die Luft an, bis mir schwarz vor den Augen wurde. Die Striemen, die die feine und biegsame Gerte auf meinen Oberschenkeln hinterließ, schmerzten und brannten. Ich bekam Stubenarrest. In der Kammer war es eiskalt, ich zog meinen dicken Mantel wieder an und setzte die Wollmütze auf.
Es war nicht viel Zeit vergangen, als ich die beiden kleinen Verräter abwechselnd rufen hörte:
„Die Zigeuner sind da, die Zigeuner sind da!“
Ich machte die Kammertür ein Spalt breit auf und hörte die Großmutter sagen:
„Die Zigeuner, die sind aber früh da in diesem Jahr.“ Und nach einer kurzen Pause:
„Was verkaufen sie denn?“
Ich streckte zuerst nur meinen Kopf durch den Türspalt und als Großmutter nichts sagte, kam ich aus der Kammer heraus und folgte ihr und den beiden Cousins zum Zaun. Die Zigeuner fuhren mit mehreren Pferdewagen vorbei, auf denen bunte Tonwaren - Blumentöpfe, Milch- und Weinkrüge - aufgeladen waren. Der letzte Wagen hielt vor unserem Haus. Eine alte Frau sagte:
„Mädchen, renn los, sag deiner Mutter sie soll sich den Blumentopf abholen.“
„Mama ist nicht da.“
„Ist sie schon abgereist?“
„Ja“, antwortete ich und wunderte micht, woher diese alte Zigeunerin wusste, dass Mama wegfahren wollte.
„Wir sind zu spät, Joso“, sagte sie zu dem Mann, der den Wagen lenkte.
Er nickte, stieg ab, ging um den Wagen und zog einen Blumentopf aus dem Heu, reichte ihn der alten Frau und sie gab ihn über den Zaun mir in die Hände.
„Was soll das? Nimmt das wieder mit. Wir wollen nichts haben und werden nichts bezahlen“, sagte meine Großmutter.
„Der Topf ist bestellt und von Ankas Familie bezahlt.“
Anka war der Name meiner Mutter. Ihre Familie waren wir, Papa und ich, die Großeltern und wenn es sein musste auch der böse Onkel und seine Frau und die beiden Dummköpfe von Cousins. Der Blumentopf war grün, mit vielen bunten Blumen bemalt und ganz schön schwer. Er gehörte meiner Mama, ich stellte ihn neben mir auf den Boden ab.
Der Mann und die alte Frau bestiegen den Wagen und fuhren los.
„Ein Bär, ein Bär“, riefen meine Cousins gleichzeitig.
Der Bär hatte einen Nasenring, an dem eine Kette befestigt war. Und der Bär tanzte immer, wenn der Mann, der ihn führte, an dieser Kette rüttelte oder ihm einen Schlag mit dem Stock verpasste. Nachdem die beiden, der Mann und sein tanzender Bär vorbei gegangen waren, drehte sich die Großmutter zu mir und sagte:
„Und was machst du hier? Du hast Stubenarrest!“ Sie blickte böse drein und brummte mir noch zwei weitere Tage auf. Den schweren Blumentopf brachte ich in die Kammer und schob ihn unter mein Bett.
In der Nacht kratzte der Bär außen an der Lehmwand neben meinem Bett so lange bis dort ein Loch entstanden war, durch das er seine Tatze ins Zimmer streckte und nach mir griff. Dabei rasselte die Kette. Der Bär musste sich irgendwie los gemacht haben. Wo war der Bärenführer? Mein Herz raste, als ich aufwachte und den Bären immer noch, nur an der anderen Wand, kratzen hörte. Es war kein Traum, es geschah wirklich. Dann erst merkte ich, dass das Geräusch vom Bett meiner Mutter kam. Großmutter lag jetzt darin und schnarchte.
Danach konnte ich nicht wieder einschlafen. Nach einer Weile kniete ich mich auf meinem Bett vor dem Fenster hin und schaute in den Himmel. In dieser Nacht fand ich einen Stern am Himmel, dem ich alles sagen konnte. Und ich erzählte ihm, was mich beschäftigte oder bedrückte, und alles was ich meiner Mutter und meinem Vater gern gesagt hätte.

In der Nacht vor dem Sankt Georgstag konnte ich meinen Stern nicht sehen, er wurde, genau wie all die anderen Sterne auch, von einer dicken schwarzen Wolke verdeckt. Ein paar Nächte zuvor, war das schon einmal so gewesen, aber dann zog die Wolke schnell vorüber. Deshalb stützte ich meinen Kopf in beide Hände und beschloss wach zu bleiben und zu warten. Aber in dieser Nacht, als wollte sie mich ärgern, blieb die Wolke einfach da. Sie wollte und wollte nicht wegziehen.
Dem Stern hätte ich gern gesagt, wie sehr ich Mama vermisste und ihre Art, wie sie meine langen, dicken und störrischen Haare kämmte, mir jeden Tag die Zöpfe flocht und am Sonntag für den Kirchgang mit großen weißen Schleifen band. Bei der Großmutter ging alles schnell, mit viel Ziepen und Schmerzen. Sie befeuchtete mein Haar, kämmte es energisch durch, zog einen Mittelscheitel, flocht erst den einen Zopf so stramm und fest, dass meine Kopfhaut spannte und weh tat und dann den zweiten genauso. Am Ostersonntag rückte sie den widerspenstigen, abstehenden Haaren mit Zuckerwasser zu Leibe. Damit wurden sie und blieben glatt und als ich diesen glatten, harten Panzer auf meinem Kopf berührte, erschrak ich fürchterlich. Dabei hatte sie selbst auch langes Haar, zwar nicht so dick und widerspenstig wie meines, doch nahm sie sich Zeit zum Kämmen und Flechten, bevor sie die Zöpfe am Hinterkopf zu einem Dutt formte, der von verschiedenen Spangen, Klammern und Kämmchen gehalten wurde und unter dem Kopftuch verschwand. Ich hatte das Gefühl, dass mich zu kämmen zu den lästigen Pflichten gehörte, aber allein durfte ich es auch nicht machen.
Irgendwann muss ich dann doch noch eingeschlafen sein, denn auf einmal war Mama da. Sie kam an mein Bett, streichelte mir über das Haar und gab mir einen Kuss.

Zum wievielten Mal es den Stubenarrest gab und wofür, habe ich vergessen. Mit dem Gesicht bin ich ganz nah an die Fensterscheibe gegangen, so nah dass ich sie mit der Nasenspitze berührte. So beobachtete ich den Himmel, schaute zum Fluss, den ich nicht sehen konnte, aber den Nebel, der vom Fluss hochzog, den konnte ich sehen. Unten war er grau und undurchsichtig und ging in ein leuchtendes Blau über, das langsam in ein Rot eintauchte bis es darin vollständig verschwand. Nur kurz blieb dieses, so besonders leuchtende Blau, das mir am meisten gefiel, am Himmel.

Jeden Tag ging ich den Trampelpfad über die Wiese bis zu der Stelle am Ufer, wo die Kühe getränkt und die Wäsche gewaschen wurde, an der manchmal der Großvater auf einem Schemel sitzend angelte, an der an einem nebligen Morgen neun Ungarn standen, an der die Enten morgens ins Wasser gingen und abends, nachdem sie den ganzen Tag zusammen mit unzähligen anderen Enten verbracht hatten, heraus kamen. Am Vormittag schwammen die Enten in einem Schwarm flussaufwärts, gingen ab und zu kurz ans Ufer um Gras zu fressen, watschelten ein wenig umher, und kehrten dann in den Fluss zurück.
Von da ging ich dreundvierzig Schritte flußabwärts am Ufer entlang bis zur Trauerweide.
An diesem Ort konnte ich ungestört sein, meine beiden Cousins trauten sich nicht in die Nähe des Weidenbaumes, weil sie Angst vor Vüliman hatten, der seit je her unter den Wurzeln, am Grund des Flusses und noch tiefer in einer riesigen Höhle lebte. In unserer Gegend gab es zwei, einer lebte direkt unter einer Hängebrücke weit außerhalb des Dorfes, und der zweite in der Nähe unserer Trauerweide. Immer wenn der Vüliman Hunger bekam, sich geärgert hatte, oder geärgert und gestört wurde, weil ein Angler ihm den Fisch gestohlen oder ein Ruderer in seinem Boot laut gesungen hatte, wurde Vüliman unruhig und das Wasser auch, dann folgte ein heftiger Wasserstrudel, in dem alles verschwand. Angler, Kinder, Hunde, ab und an eine Kuh wurden eingesogen und landeten in Vülimans riesigen Schlund. Es gab keine Spuren, keine Überreste, gar nichts blieb von ihnen.
Es gab auch ruhige Jahre, erzählte mein Großvater, aber auf die folgten stets schlimme, in denen es mehrere Opfer gab. Deren Familien blieb nichts anderes übrig, als an leeren Gräbern um sie zu weinen. Deswegen angelte der Großvater nicht im Schatten des Weidenbaumes, wo es nur so von Fischen wimmelte, sondern an unserer Zugangsstelle, entweder ganz früh oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht so stark war.
An den Stamm der Trauerweide gelehnt wartete ich auf die Rückkehr der Enten, schaute nach oben und sah zwischen den Ästen kleine Fetzen Himmel und Lichtstrahlen, die honiggolden glitzerten. Ich drückte sanft meine Wange an die Baumrinde, atmete ihren Geruch ein und vergaß für einen Augenblick was ich alles machen musste und was auf gar keinen Fall durfte. Von den dickeren, sich zur Wasserseite träge räkelnden Ästen der Trauerweide hingen dünne Zweige ab, die auf der einen Seite das Wasser berührten. Ihre langen schmalen Blätter gaben sich dem Spiel des Windes und des Wassers hin, so als würden sie vom Wind getrieben und vom Wasser getragen weg wollen. Jeden Tag schafften es einige Blätter fort zu kommen. Sie brachen ab und der Fluss nahm sie mit. Sie entfernten sich mit schlängelnden Bewegungen und bei kleinen Wellen sahen sie so aus, als würden sie Freudensprünge machen.
Als die Enten zurückkamen, waren die Hühner, die auf der Stange saßen, schon am Einschlafen. Sie wurden kurz gestört, weil die Enten noch schnattern und ein paar Mal durch den Hühnerstall hin und her watscheln mussten, bevor sie sich in einer Ecke aneinander kuschelten und ich die Tür von außen verriegelte.

Mein Gott, die Zeit vergeht so schnell, bald wird es Sommer“, sagte Großmutter.
Deine Zeit vergeht schnell, meine nicht, dachte ich. Wenn ich ihr das gesagt hätte, sie hätte mit: „Ach, was weißt du schon“ geantwortet, was sie immer tat, wenn ich ihr widersprach, oder wenn sie wütend auf mich war und ich hätte wieder, wer weiß wie viele Tage Stubenarrest bekommen, könnte dann nicht zum Flussufer gehen, dem Wasser der Drau hinterher schauen, das sich fortbewegte, während sich der Himmel darin spiegelte.
Also schwieg ich.
Aber ich wusste jede Menge. Ich wusste, dass ich bald neun sein würde, dass die Tage langsam kamen und die zähe Helligkeit hinter sich her zogen und selbst wenn sie in der Dunkelheit verschwanden, noch lange nicht vergangen waren. Und dass die Grillen die ganze Nacht zirpten, auch wenn ich es irgendwann nicht mehr hören konnte, nur weil ihr Zirpen vom Quaken der Frösche übertönt wurde.
Und vieles, vieles mehr wusste ich, nur eines nicht - wann Mama und Papa zurück kommen würden.


МАТЕРИНСКОЕ ОБЛАКО
Отрывок из одно­имен­ного романа
Перевод на русский: Феликс Фельдман

После школы я бежала домой, врыва­лась в кухню, заме­чала на столе множе­ство дрож­жевых пирожков с начинкой, пару кухонных поло­тенец и пони­мала: мама ещё здесь. Затем я глубоко взды­хала, гово­рила бабушке и дедушке «Добрый день», медленно шла в прихожую и откры­вала дверь в нашу комна­тушку. Мама стояла в нижней юбке перед кроватью, на которой была разбро­сана её одежда. Она пово­ра­чи­вала ко мне голову, и только произ­но­сила: «Надика».

В маленьком поме­щении было холодно почти также, как и снаружи. Мне хоте­лось что-нибудь сказать, например, «Добрый день» или «Хвала Иисусу», но не могла. Я смот­рела, как мама молча одева­ется. Сначала длинные шерстяные чулки, затем тесная юбка, такая как носили горо­жанки. Она была сшита специ­ально для поездок.

«В этой юбке я едва ли могу пройти по деревне, – гово­рила она, натя­ги­вала поверх её длинную тради­ци­онно-наци­о­нальную юбку и добав­ляла. – Но в этой я не могу прибыть в Германию. В поезде юбка будет упако­вана в чемодан.» Она указы­вала на серый чемодан, который лежал раскрытым на кровати, смахи­вала со щёк слёзы и продол­жала одеваться: сначала укра­шенную вышивкой блузку, затем вязаную кофту и, наконец, поверх всего толстую черную зимнюю куртку. После этого она пово­ра­чи­ва­лась ко мне и крепко долго меня обни­мала. Я бы ей охотно что-нибудь сказала, когда она выпус­кала меня из объятий. Но что? Даже если бы нечто разумное пришло мне в голову, я не смогла бы его извлечь, так как в моём горле был пирожок с начинкой, но не тот вкусный, фарши­ро­ванный  джемом, которые бабушка выпекла маме для поездки. Пирожок с начинкой в моём горле был сырой и медленно всходил, горькая начинка  высту­пала из него, запол­няла мой рот и была гораздо горше чем оболочка молодых грецких орехов или ядрышко абри­ко­совых косточек.

«Я еду к папе и вернусь с ним». – Голос мамы был хриплым. Она брала мои руки в свои, глядела мне в глаза и гово­рила: «Держись! Пожа­луйста, держись до моего приезда». Затем мы выхо­дили из нашей каморки. Мама проща­лась с бабушкой и дедушкой, брала со стола завёр­нутые в несколько кухонных поло­тенец пирожки с начинкой и скла­ды­вала их в сумку. Дедушка оста­вался в кухне сидеть на стуле, бабушка шла с нами до ворот и тихо произ­но­сила на прощанье: «Счаст­ливой поездки».

Я бы охотно прово­дила маму до вокзала, но была уже вторая поло­вина дня и мне пришлось бы возвра­щаться в темноте через лес и поля. Прежде чем мы прости­лись друг с другом на околице, я должна была ещё пообе­щать маме читать каждый вечер «Отче наш» так, как мы это всегда вместе делали, ходить по воскре­се­ньям в церковь, хорошо себя вести, не сердить Господа Бога и всё это соблю­дать, пока она не вернётся. Когда вернётся, она не сказала, а я не была в состо­янии спро­сить, так как отвра­ти­тельный, горький пирожок с начинкой зашну­ро­вывал мне горло изнутри и запер голос. Я кивала каждый раз, когда мама начи­нала пред­ло­жение: «Ты обещаешь мне…».

 «Я буду писать тебе», – гово­рила она, после чего хватала чемодан, постав­ленный рядом, пово­ра­чи­ва­лась и шла. Я стояла на возвы­шен­ности дере­вен­ской околицы и смот­рела моей матери вслед. Быстро и реши­тельно бежала она по улице, которая вилась полями и на которых высту­пали большие снежные пятна. Через неко­торое время мама оста­нав­ли­ва­лась, обора­чи­ва­лась и махала рукой, и я отве­чала тем же. Еще несколько раз она кивала мне, прежде чем улица исчезла в перелеске.

Мои ноги превра­ти­лись в две ледышки, руки мои промёрзли, нос и даже уши под шерстяной шапкой были ледя­ными. Я оста­ва­лась на месте и спра­ши­вала себя: Где теперь мама? Стояла ли она на вокзале, ждала ли поезд, или она сидела уже в нём и ехала? Я пыта­лась пред­ста­вить себе, что сижу с ней рядом и уезжаю вместе с ней, но не могла. Я ничего не могла пред­ста­вить, кроме того, как она бежала, оста­нав­ли­ва­лась, обора­чи­ва­лась, улыба­лась, и как я каждый раз махала ей рукой.

Я не знаю, как долго я оста­ва­лась стоять на том же самом месте, пока, наконец, поки­нула возвы­шен­ность. Мои ноги были тяжелы, когда я возвра­ща­лась в деревню. В моей голове было пусто, шея горела, и только два слова звучали в ушах: остаться и уйти. И боль сопро­вож­дала оба.

«После школы ты сразу идёшь домой. Ты будешь идти улицей, а не вдоль берега реки. Ты, вообще, ни разу не окажешься вблизи реки. Поняла?», – гово­рила бабушка следу­ющим утром.

Её обещание матери тщательно за мной наблю­дать бабушка прини­мала очень серьёзно. При том у нее было два помощ­ника, оба моих маленьких кузена, которые пресле­до­вали меня повсюду и сооб­щали бабушке обо мне всё.

О бабуш­киных запретах сразу по окон­чанию занятий, а также, когда шла берегом реки, собирая снежные коло­коль­чики, я, конечно, забы­вала. И вспо­ми­нала лишь когда заяв­ля­лась домой, где меня уже дожи­да­лась бабушка. В руке она держала тонкий прут, который отла­мы­вала от вишне­вого дерева, поскольку только у него были такие пруты.

Я не плакала. Я задер­жи­вала в лёгких воздух до тех пор, пока не стано­ви­лось темно в глазах. Полосы, которые оставлял тонкий и гибкий прут на моих бедрах, болели и горели. Мне объяв­лялся домашний арест. В каморке было очень холодно. Я вновь наде­вала толстое пальто и шерстяную шапку.

Прошло не так много времени, когда я услы­шала попе­ре­менный крик обоих моих маленьких предателей:

«Цыгане прие­хали, цыгане приехали!»

Я приот­кры­вала на ширину небольшой щели дверь каморки и слышала, как бабушка говорит: «Однако, цыгане, что-то рано­вато в этом году, – и после короткой паузы. – Что они все же продают?»

Сначала я высо­вы­вала сквозь щель только голову и, так как бабушка молчала, выхо­дила из каморки и следо­вала за обоими кузе­нами к забору. Цыгане проехали несколь­кими подво­дами лошадей, на которых были нагру­жены пестрые кера­ми­че­ские изделия – цветочные горшки, молочные и винные кувшины. Последняя бричка оста­но­ви­лась перед нашим домом. Одна старая цыганка сказала:

«Девочка, беги и скажи твоей маме, чтоб она забрала цветочный горшок.»

«Мамы нет».

«Она уже уехала?»

«Да, – отве­тила я и удиви­лась, – откуда эта старая цыганка знает, что мама пред­по­ла­гала уехать?»

«Мы слишком поздно, Йосо», сказала она мужчине, который управлял подводой. Он кивнул, слез, обошёл подводу, извлёк из сена цветочный горшок, подал его старой женщине, и она через забор пере­дала его мне в руки.

«Что это значит? Забе­рите его. Мы ничего не хотим иметь и ничего не оплатим», – сказала бабушка.

«Горшок заказан и оплачен семьёй Анки.»

Анка это имя моей матери. Мы были ее семьей, папа и я, бабушка и дедушка и, если это должно уж было быть, также злой дядя, его жена и оба болвана кузены. Цветочный горшок был зелен, раскрашен многими пест­рыми цветами и порядком тяжёл. Он принад­лежал моей маме, и я поста­вила его рядом со мной на землю.

Мужчина и старая цыганка взобра­лись на подводу и уехали.

«Медведь, медведь», – заво­пили одно­вре­менно мои кузены.

У медведя было носовое кольцо, на котором была укреп­лена цепь. И медведь всегда танцевал, когда мужчина, который вел его, тряс эту цепь или ударял его палкой. После того, как оба, мужчина и танцу­ющий медведь прошли, бабушка повер­ну­лась ко мне и сказала: «А ты что здесь делаешь? У тебя домашний арест!» Она зло загля­нула в горшок и, проворчав, доба­вила мне ещё два дня нака­зания. Я принесла тяжелый цветочный горшок в каморку и задви­нула его  под мою кровать.

Ночью медведь так долго скрёб снаружи глино­битную стенку рядом с моей кроватью, что там обра­зо­ва­лась дыра, благо­даря которой он протянул лапу в комнату и схватил меня. При этом звенела его цепь. Медведю, видимо, удалось сбежать. Где же был его пово­дырь? Моё сердце замерло, когда я просну­лась и все ещё слышала скоб­ление медведя, правда, по другой стене. Это был не сон, а действи­тель­ность. Только спустя неко­торое время я сооб­ра­зила, что шум исходит от кровати моей матери. Там лежала и храпела бабушка.

После всего этого заснуть я не могла и спустя неко­торое время встала в кровати на колени перед окном. Смот­рела в небо. Этой ночью я отыс­кала в небе звезду, которой могла дове­рить всё. И сооб­щила ей, что зани­мало и притес­няло меня, всё то, что я охотно расска­зала бы моей матери и отцу.

Ночью под наступ­ление дня Святого Георга моей звезды не было видно, она была закрыта, так же как и все остальные звезды, густым черным облаком. Так уже случа­лось несколько ночей раньше, но потом облака быстро прохо­дили, и я решила, подперев голову, бодр­ство­вать и ждать. Но этой ночью, они решили меня позлить и не уплы­вали. Всё не хотели и не хотели прочь.

Я охотно расска­зала бы звезде, как скучаю по маме и её облику, как она причё­сы­вала мои длинные густые и упрямые волосы, каждый день запле­тала мне косы и в воскре­сенье укра­шала их боль­шими белыми бантами для посе­щения церкви. У бабушки всё шло быстро, со многими щипками и с болью. Она увлаж­няла мои волосы, расче­сы­вала энер­гично, туго протя­ги­вала прямой пробор, плела сначала одну косу и настолько жёстко, что кожа головы напря­га­лась и болела. Потом всё повто­ря­лось и со второй косой. В пасхальном воскре­сенье она прими­нала строп­тивые, отто­пы­ренные волосы сахарной водой. Они стано­ви­лись и оста­ва­лись глад­кими и, когда я каса­лась этого глад­кого жест­кого панциря на моей голове, то страшно пуга­лась. При этом у неё самой были длинные волосы, хотя и не такие толстые и упрямые как мои. Всё же она нахо­дила время для расчё­сы­вания и плетения, прежде чем оформ­ляла свои косы на затылке в пучок, который удер­жи­вался различ­ными застёж­ками, зажи­мами и малень­кими греб­нями и исчезал под косынкой. У меня было чувство, что приче­сы­вание меня принад­ле­жало к надо­ед­ливым обязан­но­стям, но только сама я не имела права этого делать.

Однако, должна же я когда-нибудь заснуть, так, как если бы рядом была мама. Она подхо­дила к моей кровати, гладила меня по волосам и целовала.

Сколько раз на меня прихо­дился домашний арест и за что, я забыла. Очень близко я прибли­зи­лась лицом к стеклу, так близко, что каса­лась его кончиком носа.Так можно было обозре­вать небо, смот­реть в сторону реки, которую я не могла видеть, но могла видеть подни­ма­ю­щийся от реки туман. Внизу он был сер и непро­зрачен и пере­ходил в светя­щийся синий цвет, медленно погру­жался в красный цвет и, наконец, полно­стью исчезал. Только коротко он оста­вался в небе, особенно светя­щийся синим цветом, который всё больше мне нравился.

Каждый день я шла протоп­танной дорожкой через луг до места на берегу, где поили коров и где стира­лось белье. В этом месте дедушка иногда, сидя на табу­ретке, рыбачил, и здесь одним туманным утром стояли девять венгров, а утки по утрам прыгали в воду, чтобы вечером, после того, как они провели весь день с бесчис­лен­ными другими утками, выби­ра­лись наружу. В первой поло­вине дня утки косяком плыли вверх по течению, время от времени коротко выхо­дили на берег пощи­пать травы, шли немного впере­валку, и возвра­ща­лись в реку. Оттуда я шла вдоль берега трид­цать три шага вниз по течению вплоть до плакучей ивы.

В этом месте я могла быть безмя­тежна. Мои оба кузена не осме­ли­ва­лись нахо­диться вблизи ивы, так как они боялись Вюли­мана, гигант­ского речного чудо­вища, который жил испокон веков под корнями, на дне реки и ещё глубже в огромной пещере. В нашей мест­ности их имелось два, один жил непо­сред­ственно под висячим мостом далеко от деревни, и второй побли­зости от нашей плакучей ивы. Всякий раз когда Вюлиман стано­вился голоден, злился, или его сердили и мешали, как то: рыболов воровал у него рыбу или громко пел гребец в лодке, Вюлиман стано­вился беспо­койным, как и вода. Тогда следовал сильный водный вихрь, в котором все исче­зало. Рыбо­ловы, дети, собаки. Порой всасы­ва­лась корова и попа­дала в огромную глотку Вюли­мана. Ни следов, ни каких-либо останков не оста­ва­лось. Совсем ничего не оста­ва­лось от них.

Были также и спокойные годы, расска­зывал мой дедушка, но в после­ду­ющих следо­вали всегда плохие, на которые прихо­ди­лось несколько жертв. Их семьям ничего другого не оста­ва­лось как опла­ки­вать их у пустых могил. Поэтому дедушка рыбачил не в тени ивы, где кишело рыбами, а на доступном нам месте, либо очень рано, либо под вечер, если солнце было не таким жарким.

Обло­ко­тив­шись о ствол плакучей ивы, я ждала возвра­щения уток, смот­рела вверх и видела между ветвями маленькие лоскуты неба и лучи света, которые блестели медово-золо­тисто. Я мягко прижи­мала щеку к древесной коре, вдыхала ее запах и на минутку забы­вала то, что обязана была делать и, тем более то, что ни в коем случае делать не имела права. От более толстых, к водной стороне лениво тяну­щихся ветвей плакучей ивы свисали, касаясь воды, тонкие прутья. Их длинные тонкие листья преда­ва­лись игре ветра и воды так, как будто, гонимые ветром и движимые водой, стре­ми­лись прочь. Ежедневно неко­торым листьям это удава­лось. Они отде­ля­лись от веток, и река брала их с собой. Листья удаля­лись  змее­об­разным движе­нием, а при маленьких волнах выгля­дели таким образом, будто совер­шали скачки радости.

Когда утки возвра­ща­лись, куры, которые сидели на жерди, были уже в полусне. Прихо­ди­лось их немного беспо­коить, так как утки, гогоча и шлёпая впере­ва­лочку, должны были несколько раз пройти туда-сюда курят­ником, прежде чем они уютно прижи­ма­лись друг к другу в углу, и я запи­рала дверь снаружи.

«Бог мой, время идёт так быстро, скоро будет лето», – гово­рила бабушка. Это твоё время проходит быстро, моё нет, думала я. Если бы я ей такое сказала, она бы отве­тила: «Ах, что ты уже пони­маешь». Так она всегда делала, когда я проти­во­ре­чила ей, или когда она была на меня зла. Я полу­чила бы в ответ, кто знает, сколько ещё допол­ни­тельно дней домаш­него ареста. И было бы невоз­можно вновь пойти к берегу реки, смот­реть вдогонку воде Дравы, которая двига­лась вперед, в то время как в ней отра­жа­лось небо.

И я молчала.

И знала многое. Я знала, что мне скоро испол­нится девять; что дни тянутся медленно и тянут за собой слабую осве­щен­ность; и даже если они утонут в темноте, ещё не значит, что их не будет. И что сверчки стре­кочут всю ночь, даже если я иногда и не слышу их из-за заглу­ша­ю­щего кваканья лягушек.

И ещё многое, многое знала я. Не знала только одного – когда возвра­тятся мама и папа.